Swift Code - automatische Bankidentifikation

Bereits 1973 wurde eine internationale Genossenschaft von Geldinstituten die Society for Worlwide Interbank Financial Telecommunication (kurz SWIFT genannt) mit Sitz in Belgien gegründet. SWIFT betreibt seit 1976 ein eigenes Telekommunikationsnetz in Europa und in den USA zum Nachrichtenaustausch seiner Mitglieder.

 

SWIFT hat ungefähr 8.900 Teilnehmer (Banken und Finanzinstitute) aus über 209 Ländern weltweit (Stand:2008). Über das SWIFT-Netz wird kein Geld ausgetauscht, sondern lediglich standardisierte Nachrichten transportiert.

SWIFT-Nachrichten

Dabei kann es sich um folgende standardisierte Nachrichten der Finanzinstitute untereinander handeln:

  • Nachrichten zu Zahlungen,
  • Bestätigungen zu Devisengeschäfte,
  • Nachrichten zu Wertpapiertransaktionen,
  • Nachrichten zu Edelmetallgeschäften,
  • Avise zu Akkreditiveröffnungen,
  • Kontoauszüge als Bank-an-Kunde-Kontoauszug.

Diese Nachrichten werden in der Regel innerhalb von 30 Sekunden übertragen, wenn der Empfänger auch bei SWIFT angemeldet ist. Ansonsten werden die Nachrichten in Warteschleifen bis zur möglichen Übertragung oder Abruf zwischengespeichert.
Die angeschlossenen Finanzinstitute tauschen über das SWIFT-Netz Millionen von Daten täglich aus. Die Angaben über Geschäftsart, Währung und Korrespondenzbank werden verschlüsselt. Die Verrechnung der Zahlung erfolgt über die zwischen den Korrespondenzbanken geführten Konten oder über ein drittes Kreditinstitut, das eingeschaltet wird. Diese Nachrichten werden nach einem festgelegten System und Dateiformat (MX-Nachrichtenformat) verschlüsselt übermittelt.

Die Nachrichten werden mit einer dreistelligen Typbezeichnung versehen. Die erste Ziffer gibt die Nachrichtenkategorie an:

Message Type Beschreibung

MT0xx System Message
MT1xx Kundenzahlungen
MT2xx Überträge zwischen Kreditinstituten
MT3xx Devisen- und Geldhandel
MT4xx Inkasso und Kreditbriefe
MT5xx Wertpapiere
MT6xx Edelmetalle und Konsortialgeschäfte
MT7xx Dokumentenakkreditive und Garantien
MT8xx Reiseschecks
MT9xx Cash Management und Kundeninformationen

Das Nachrichtenaufkommen liegt bei ca. 14,5 Mio. standardisierter Nachrichten pro Tag. Seit dem 11. September 2001 werden die SWIFT-Daten in den USA von staatlichen Organisationen, wie dem CIA, im Kampf gegen den internationalen Terrorismus eingesetzt. Kritiker bemängeln daher, dass SWIFT keinen Datenschutz kenne. SWIFT wird daher Ende 2009 ein weiteres Rechenzentrum in der Nähe von Zürich eröffnen, um den Zugriff der amerikanischen Behörden zu umgehen.

SWIFT-Adresse - der Aufbau

Die SWIFT-Adresse wird auch SWIFT-Code oder BIC (Bank Identifier Code) genannt. Hierbei handelt es sich um einen weltweit standardisierten Code, der die Identifikation des teilnehmenden Partners ermöglicht. Der SWIFT-Code oder BIC wird von Kreditinstituten, Wertpapierhändlern und Unternehmen nach ISO 9362 verwendet.

Der SWIFT-Code/BIC weist eine Länge von 8 oder 11 alphanumerischen Zeichen auf.

Die SWIFT-Adresse gliedert sich wie folgt:

  • 4-stelliger frei gewählter Bankcode in Alphazeichen
  • 2-stelliger Ländercode in Alphazeichen oder ISO-Code (für Deutschland: DE)
  • 2-stellige alphanumerische Codierung des Ortes
  • 3-stellige alphanumerische Kennzeichnung der Filiale (wahlweise)


Die SWIFT-Adresse dient zur weltweiten Identifizierung der Empfängerbank im Ausland. Es handelt sich also um eine internationale Bankleitzahl. Die SWIFT-Adresse ist für internationale Überweisungsbelege, zum Beispiel auf dem IPI-Beleg, zwingend erforderlich. Die Angabe der letzten drei Ziffern (Kennzeichnung Filiale) im SWIFT-Code sind zwar freiwillig, jedoch werden diese immer häufiger zur Steigerung des Automatisierungsgrads belegt. Die direkte Adressierung an eine Filiale macht eine manuelle Nachbearbeitung nicht mehr notwendig.

SWIFT-Code versus IBAN

Die IBAN und der SWIFT-Code dürfen nicht miteinander verwechselt werden. Die IBAN (International Bank Account Number) dient zur Standardisierung der Bankkontonummern auf internationaler Ebene. Sie enthält sowohl die Konto- wie auch Bankinformationen zur Identifikation, während die SWIFT-Adresse nur die Empfängerbank identifiziert. Die Angabe der SWIFT-Adresse ist seit dem 1. Januar 2006 für jede grenzüberschreitende Zahlung im EU-Zahlungsverkehr innerhalb der EU- und EWR-Staaten zwingend vorgeschrieben.

Inaktive SWIFT-Adressen

Auch kleinere Finanzinstitute, die nicht an SWIFT aktiv teilnehmen wollen, können eine SWIFT-Adresse registrieren lassen. Über 50.000 dieser „Non-SWIFT-BICs“ genannten Adressen wickeln ihren Zahlungsverkehr über Korrespondenzbanken ab. Diese inaktiven SWIFT-Adressen werden durch eine 1 an der 8.Stelle im SWIFT-Code gekennzeichnet. Der jeweilige Teilnehmer kann nicht selbst aktiv an SWIFT teilnehmen, d.h. selbst Nachrichten verschicken oder empfangen.
Beispiel: Die Spardabank München nimmt wie viele Genossenschaftsbanken in Deutschland nicht aktiv am SWIFT-System teil, sie hat daher die BIC/SWIFT-Adresse GENODEF1S04 .

Vorteile von SWIFT

Die Vorteile von SWIFT liegen für die Finanzinstitute vor allem in

  • der schnellen Kommunikation auf internationaler Ebene,
  • der Automatisierung und Standardisierung der Geschäftsvorgänge,
  • einer Verringerung der Kosten,
  • der Vermeidung von Ineffizienzen und Reduzierung von operativen Risiken (Fehlleitungen).