Hohes Risiko für Steuerzahler

Die vergangenen Jahre waren aus wirtschaftlicher Sicht von der größten globalen Finanz- und Wirtschaftskrise seit dem Ende des zweiten Weltkriegs geprägt. Das schwindende Vertrauen in die Banken und der daraus resultierende Zusammenbruch des Interbanken-Systems hatten weitreichende Folgen. Angesichts der unsicheren wirtschaftlichen Zukunft reduzierten die Unternehmen ihren Mitarbeiterstand und die Bevölkerung hielt sich beim Konsum zurück. In Folge war in vielen Ländern erstmals wieder eine Schrumpfung der Wirtschaft zu beobachten.

Zumindest diese Phase ist nun endgültig vorbei. Alle Wirtschaftsindikatoren zeigen einen Aufwärtstrend. Zahlungsausfälle sind rückgängig, die Auftragslage ist gut, die Arbeitslosigkeit sinkt, die Menschen konsumieren wieder mehr. Man könnte fast behaupten, dass wieder alles im Lot ist.

Doch keineswegs ist alles in Ordnung. Denn nach der Schuldenkrise folgt nun die Schuldenkrise. Die Staaten haben viele Milliarden in Maßnahmen zur Krisenbekämpfung gesteckt – und dabei wurde oft mehr ausgegeben als die Staatshaushalten erlaubt hätten. Die USA hat nun die selbst auferlegte Schuldenobergrenze von fast 100% des BIPs erreicht und die Misere in einigen Euroländern sollte hinlänglich bekannt sein. Nachdem Griechenland und Irland auf die finanzielle Hilfe der anderen Mitgliedsstaaten angewiesen waren, ist mit Portugal das nächste Land an der Reihe. Und die bisherigen Hilfen für die reformunwilligen Griechen dürften allen Anscheins nach noch gar nicht ausgereicht haben. Die Verhandlungen zum nächsten Hilfspaket laufen bereits auf Hochtouren.

Für die Steuerzahler in Deutschland und anderen Geberländern bedeutet das vor allem ein hohes Risiko. Denn aus heutiger Sicht ist es keineswegs sicher, dass Griechenland dieses Geld jemals wieder zurückzahlen wird. Es ist daher auch kein Wunder, dass es in ganz Europa immer mehr Unmutsäußerungen gibt. Das Vertrauen in den Euro sinkt und viele prangern den Umstand an, dass die Steuerzahler schon wieder die Banken retten müssen, denn diese würden bei einem Staatsbankrott besonders stark getroffen werden. Es ist daher auch kein Wunder, dass populistische Strömungen in Europa wieder im Aufwind sind und die Forderungen nach einer Trennung der Eurozone in „starke“ und „schwache“ Länder lauter werden.