Gesetzliche Pflegeversicherung nur Teilkasko

Immer mehr Menschen in Deutschland werden pflegebedürftig, können ihr Leben im gewohnten Maße nicht mehr weiter führen und sind auf die Hilfe anderer Menschen angewiesen. Pflegebedürftigkeit ist dabei mit immensen Kosten verbunden. Gerade in der Anfangszeit der Pflegebedürftigkeit können enorme finanzielle Belastungen auf Patienten zukommen. Es stehen Ausgaben an, die aufgrund der eingeschränkten körperlichen Leistungsfähigkeit unumgänglich werden können. So kann es nötig werden, Treppenlifte zu installieren, ein spezielles Bett anzuschaffen, teure Maschinen zu unterhalten oder das Haus bzw. die Wohnung behindertengerecht einzurichten bzw. umzubauen.
Die gesetzliche Pflegeversicherung leistet dabei im Rahmen ihrer staatlichen Vorgaben, kann aber aufgrund zahlreicher Kürzungen vergangener Reformen des Sozialsystems nur eine auf absolute Basisleistungen beschränkte Grundversorgung gewährleisten. Die Differenz zu den tatsächlichen Kosten ist oftmals groß, der gewohnte Lebensstandart kann nur in den seltensten Fällen beibehalten werden.
Menschen, die im Fall der Fälle ihr Vermögen schützen, eine Abhängigkeit vom Sozialamt vermeiden und engste Familienmitglieder nicht zusätzlich finanziell belasten möchten,  sollten eine private Pflegerentenversicherung abschließen. Diese garantiert bei Pflegebedürftigkeit vorher vereinbarte monatliche Rentenzahlungen, unabhängig von den tatsächlich anfallenden Kosten.
Wartezeit
In der Regel ist nach dem Abschluss einer privaten Pflegerentenversicherung eine Wartezeit einzuhalten, bis Pflegekosten erstatten werden. Die Wartezeit ist abhängig vom jeweiligen Anbieter und kann bis zu 12 Jahre betragen. Lange Wartezeiten erweisen sich vor allem für Personen mit Versicherungsbeginn im mittleren Alter als problematisch, da das Risiko pflegebedürftig zu werden mit steigendem Lebensalter zunimmt. Wartezeiten entfallen, falls die Pflegebedürftigkeit als Folge eines Unfalles eintritt. Für Kinder gelten Wartezeiten dann als erfüllt, sobald ein Elternteil diese bereits erfüllt hat. Erfolgt im Rahmen eines Versicherungswechsels der Pflegerentenversicherung der Übergang beider Verträge nahtlos, so kann die ununterbrochene Wartezeit der Vorgängerversicherung auf den neuen Versicherungsschutz angerechnet werden.


Leistungen
Tritt der Versicherungsfall ein, leistet die Pflegerentenversicherung eine vorher vereinbarte monatliche Rentenzahlung. Wurde bis vor kurzem im Allgemeinen erst bei Pflegestufe III ein Leistungsanspruch begründet, so gehen Anbieter nun dazu über, Kosten abgestuft nach Pflegebedürftigkeit zu erstatten. Es sind dabei Rentenzahlungen von monatlich 250 Euro bis 3000 Euro realisierbar.
Grundsätzlich gewähren private Pflegerentenversicherungen lebenslangen Versicherungsschutz bei dauerhaft konstanten Beitragssätzen. Die in der gesetzlichen Pflegeversicherung anerkannte Pflegestufe wird dabei anerkannt, Beiträge werden im Versicherungsfall freigestellt. Ab welcher Pflegestufe dabei eine Beitragsfreistellung in Betracht kommt, ist vom jeweiligen Versicherungsträger abhängig.
Die Vertragsbedingungen der meisten Anbieter garantieren Rentenzahlungen  in voller Höhe bei Pflegestufe III, ab Pflegestufe II werden monatliche Leistungen von 50 Prozent der vereinbarten Maximalrente geleistet.