Garantiezins auf 1,75 Prozent gesenkt

Wie das Bundesfinanzministerium in einer aktuellen Pressemittelung bekannt gab, wird der Garantiezins für Kapitallebensversicherungen zum 01.01.2012 von derzeit 2,25 Prozent auf 1,75 Prozent abgesenkt.
Der Garantiezins gibt den maximalen Zinsertrag vor, den Versicherungsgesellschaften ihren Kunden bei Abschluss einer Kapitallebensversicherung vertraglich zusichern dürfen. Theoretisch steht es Versicherern frei, geringere Kapitalerträge verbindlich zu garantieren. Aufgrund der harten Wettbewerbssituation in der umkämpften Versicherungsbranche ist ein derartiges Vorgehen jedoch eher unrealistisch.
Die Höhe des Garantiezinses ist im Allgemeinen vom generellen Zinsniveau und im Speziellen von der Umlaufrendite zehnjähriger Staatsanleihen abhängig, und darf maximal 60 Prozent deren Wertes betragen.
Vertreter der Versicherungsbranche kritisieren die Entscheidung der Politik, eine derart deutliche Absenkung des Zinssatzes vorzunehmen. Nach Meinung von Versicherungsoffiziellen hätte eine Minderung auf 2 Prozent den aktuellen Entwicklungen in der Finanzwelt ausreichend Rechnung getragen. Außerdem sei aufgrund der angeregten Wirtschaft und positiven Konjunkturlage von weiteren Zinsnormalisierungen auszugehen.
Dennoch sind sich Versicherungsverbände einig, dass die beschlossene Absenkung des Garantiezinses die Attraktivität von Kapitallebensversicherungen keinesfalls schmälern wird. Schließlich handele es sich bei jenen Kapitalerlösen neben Abschlussboni und Überschusszahlungen um lediglich eines von drei Ertragskomponenten, von denen Kunden im Laufe der Vertragslaufzeit von Lebensversicherungen profitieren würden.
Führende Ratingagenturen halten den fiskalischen Schritt des Ministeriums für ein durchaus probates Instrument, den Versicherern mehr Spielraum in der Vertragsgestaltung zu verschaffen. Nach Einschätzung deren Experten sollte sich vor allem im Bereich des Einmalbeitragsgeschäftes die Regulierung positiv bemerkbar machen.